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Jauch feiert 65-jähriges Firmenjubiläum

Die Jauch Quartz GmbH aus Villingen-Schwenningen feiert heute ihr 65-jähriges Bestehen. Angefangen als regionale Handelsvertretung, hat sich das Unternehmen zu einem international gefragten Spezialisten für Frequenzbauteile und Batterietechnologie entwickelt. Dabei ist die Geschichte von Jauch ein Lehrstück eines erfolgreich vollzogenen Wandels.

Jauch Quartz feiert sein 65-jähriges Firmenjubiläum

Am 01. Juli 1954 ließ Herbert Christian Jauch sein Unternehmen ins Handelsregister der Stadt Schwenningen eintragen. Alsbald bezog der frischgebackene Unternehmer mit einer handvoll Mitstreiter seine ersten Geschäftsräume im Haus Merkur in der Schwenninger Innenstadt. Wie so viele Schwarzwälder Unternehmen in dieser Zeit, suchte auch Jauch sein Glück in der Uhrenbranche. Mit seiner jungen Firma versorgte er die Uhren-Hersteller der Region mit Präzisionsdrehteilen aus Schweizer Fertigung. Achsen, Wellen, Zahnräder – Jauch verfügte über alles, was das Uhrmacher-Herz begehrt. 

Mit dem Aufkommen der Quarzuhren in den 70er-Jahren änderte sich die Situation am Markt jedoch radikal. Dank ihres eingebauten Uhrenquarzes waren die neuen elektrisch betriebenen Uhrwerke den bisher verwendeten mechanischen Uhren in puncto Genauigkeit weit überlegen. Während viele Hersteller zu spät auf diesen Fortschritt reagierten, erkannte Jauch das Potenzial der neuen Technologie. Über eine Kooperation mit dem amerikanischen Elektronik-Riesen Motorola sicherte sich Jauch den Zugang zu den heißbegehrten Quarzen.

Doch nicht nur in der Uhrenindustrie waren die Quarze als präzise Taktgeber gefragt. „Nach und nach kamen immer mehr Anwendungsfelder hinzu. Telekommunikation, Unterhaltungselektronik, Weißware – überall wurden unsere Quarze verbaut. Etwa im ersten Siemens-Handy oder auch im Commodore 64“, erinnert sich der Sohn des Firmengründers, Thomas Jauch, der heute an der Spitze des Unternehmens steht. Und damit nicht genug: „Zwischenzeitlich haben wir hier sogar Monitore verkauft“, erinnert sich Thomas Jauch lachend.

Der Fokus liegt jedoch weiter ganz klar auf den Quarzen. In den 80er Jahren wagt der Mittelständler den Schritt nach Asien. Durch Kooperation mit dem japanischen Hersteller JVC fließt neues Know-how in den Schwarzwald. 1988 beginnt Jauch mit der Serienfertigung in China. „Damals haben uns viele für verrückt erklärt. Investitionen in Fernost in der Größenordnung, wie wir sie getätigt haben, das haben sich zu der Zeit noch nicht viele getraut“, erinnert sich Thomas Jauch.

Doch der Mut hat sich gelohnt: Weil Jauch parallel auch am Hauptstandort in Villingen-Schwenningen in die eigene Fertigung und insbesondere in den Forschungs- und Entwicklungsbereich investiert, zählt das Unternehmen heute international zu den wichtigen Größen seiner Branche.

Die Chancen einer neuen Technologie erkennen und für sich nutzen: Was bei den Quarzen gelang, will Jauch nun auch in seinem zweiten Unternehmensbereich wiederholen: der Batterietechnologie. „Unsere Batteriesparte existiert seit 1976, das ist historisch gewachsen. Ein Quarz benötigt eine externe Stromquelle, sonst schwingt er nicht und ist nutzlos. Da lag es für uns nahe, den Uhrenherstellern neben dem Quarz auch gleich die passende Knopfzelle anzubieten“, erklärt Thomas Jauch.

Die Knopfzellen gehören zwar auch heute noch zum Jauch-Portfolio, der Fokus hat sich jedoch längst auf die Lithium-Technologie verschoben. Dementsprechend hat der Mittelständler in den vergangenen Jahren in den Aufbau entsprechender Produktions- und Entwicklungskapazitäten investiert und bietet neben zahlreichen Standard-Bauformen auch kundenspezifische Designs an.

„Als Verbraucher bekomme ich die passenden Batterien für meinen Bedarf an jeder Supermarktkasse. Wenn ich aber als Unternehmen ein neues Produkt entwerfe, ist die Frage nach der passenden Stromversorgung deutlich komplexer. Ich muss mir beispielsweise überlegen, welche Spannung ich benötige, welchen Umgebungstemperaturen die Batterie ausgesetzt sein wird und wie viel Platz ich der Batterie in meinem Gehäuse einräumen kann und möchte. All diese Fragen können wir in Zusammenarbeit mit unseren Kunden beantworten und individuelle Lösungen entwerfen“, sagt Thomas Jauch.

Von der Handelsvertretung zum Quarz- und Batterie-Spezialisten. Der Mittelständler hat in den vergangenen 65 Jahren mehrfach gezeigt, dass er das Potenzial neuer Technologien für sich zu nutzen weiß. Thomas Jauch fasst es so zusammen: „Wir hatten hier immer ein gutes Gespür. Das und die Tatkraft unserer Mitarbeiter haben uns dahin gebracht, wo wir heute stehen.“

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